Philosophie

Wer war Abraham?

 

Der Mond: Auch heute noch faszinierend, besonders bei solch einer Kulisse! (Unbearbeitetes Foto von Wolf Wieland)

Der Mond: Auch heute noch faszinierend, besonders bei solch einer Kulisse!

Um den Stellenwert der sumerischen Religion im Vergleich mit den Nachfolgereligionen Judentum, Christentum und Islam genauer zu beleuchten, ist eine nähere Beschäftigung mit Abraham, dem unfreiwilligen Stammvater dieser Religionen, unerläßlich. Abraham wurde um 2000 v. Chr. im sumerischen Ur geboren. Sein Name, in der Form Abiram, ist in Babylonien häufig[1] und bedeutet „Mein Vater ist erhaben“. Die Geburt Abrahams ist von Legenden umrankt worden wie dieser:

„Als unser Vater Abraham geboren wurde, kamen Astrologen vor den König Nimrod und spra­chen zu ihm: ‚Dem Terach ist ein Sohn geboren worden; erwirb diesen von ihm und gib ihm alles, was er wünscht.‘ Nimrod sprach zu ihnen: ‚Weshalb sprecht ihr so?‘ Sie sprachen: ‚Wir haben gesehen, daß an jenem Tage, an dem er geboren wurde, am Himmel ein Stern aufstieg und vier Sterne verschlang, und uns scheint, daß jener zwei Welten in Besitz nehmen wird[2].‘“

Eine andere Version lautet: „Es war in dieser Nacht, zur Zeit der Geburt Abrahams, da kamen alle Diener des Terach und alle weisen Männer des Nimrod und alle seine Schriftgelehrten, und sie aßen und tranken im Haus des Terach und sie freuten sich mit ihm in jener Nacht. Und als alle Weisen und Schriftgelehrten aus dem Hause Terachs heraustraten, um ihre Augen himmelwärts zu heben in jener Nacht zu den Sternen und um diese zu sehen, siehe, da kam ein sehr großer Stern vom Aufgang der Sonne (d. h. von Osten), um am Himmel zu eilen und vier Sterne zu verschlingen von den vier Winden (d. h. Richtungen) des Himmels. Und alle Weisen des Königs und alle Schriftgelehrten staunten über diese Schau, und die Weisen verstanden diese Botschaft und wußten um ihre Bedeutung. Und sie sprachen einer zum anderen: ‚Dies kann nur heißen, daß das Kind, das in dieser Nacht dem Terach geboren wurde, überaus groß werden und sich fortpflanzen wird, und er wird die ganze Erde in Besitz nehmen, er und seine Kinder für alle Zeit, und er und sein Same werden große Könige töten, und sie werden deren Land in Besitz nehmen.‘ Und alle Weisen und Schriftgelehrten gingen weg, ein jeder zu seinem Haus[3].“

Abraham wird also gleichzeitig mit dem Erscheinen eines mächtigen Sternes im Osten geboren – es dürfte sich um die Venus, den Morgenstern, die Göttin Ischtar (sumerisch: Inana), gehandelt haben. Das Gleiche gilt für Jesus Christus. Die Könige Israels standen somit seit alter Zeit in einem besonderen Verhältnis zum Morgenstern. Dieser zeigte an, dass sie von Gott als Könige berufen waren. Und das galt nicht nur für den Messias, sondern für Könige im Allgemeinen wie auch für Propheten.

Nach alledem kann kein Zweifel mehr daran bestehen, dass wir es bei dem Stern von Bethlehem – dem Stern des Matthäus-Evangeliums – ebenfalls mit der Venus zu tun haben. Für frühe Christen war der Stern des Messias ganz selbstverständlich der Morgenstern, und er kündete vom kommenden Tag, vom kommenden König und vom kommenden Gottesreich. Somit verdichtet sich der Verdacht, dass Matthäus‘ Erzählung vom Stern von Bethlehem – statt auf historischer Wahrheit zu beruhen – nur um der alten Prophezeiungen willen erfunden worden sein könnte.

Die Geschichte zeigt, dass der Volksfrömmigkeit in Judäa-Israel der monotheistische Gedanke fremd war. Auch Abraham lebte mit den vielen Göttern des sumerischen Pantheons. Die Chronisten und Übersetzer haben allerdings – wie an anderen Stellen auch – den praktizierten Polytheismus ausgemerzt[4]: Sie wollten ihn nicht mehr wahrhaben. Allerdings machte sich schon früh in Sumer – und immer auffälliger im späteren Babylonien, eine Art Henotheismus bemerkbar, d.h., es wurde ein Gott bevorzugt verehrt, den anderen Göttern aber deswegen die Existenz nicht abgestritten. Dazu passt eine Hymne an den Mondgott, die uns aus der Zeit Abrahams überliefert wurde:

 

Vater, langmütig und voller Vergebung,
Dessen Hand das Leben der Menschheit aufrechterhält,
Erstgeborener, allmächtig bist du,
Dessen Herz Unermesslichkeit ist,
Und niemand ist, der es ergründen könnte.
Wer ist im Himmel der Höchste?
Du allein, du bist der Höchste!
Auf Erden denn, wer ist der Höchste?
Du allein, du bist der Höchste!
Dein Wille wird im Himmel kundgetan
Und die Engel senken ihren Blick vor dir.
Dein Wille wird auf Erden kundgetan
Und die Geister unten küssen den Boden vor dir[5].
 

Die ersten Kindheitsjahre Abrahams waren geprägt von einem gewaltigen politischen Umbruch. Die Herrschaft der dritten Dynastie von Ur, die sogenannte neusumerische Zeit, versank in Feuer und Rauch, und die altbabylonische Zeit begann mit der ersten Dynastie von Isin. Trotz des Umsturzes änderte sich am kulturellen und religiösen Leben der Sumerer in Ur jedoch nichts. Terach, der Vater Abrahams (er war zu Beginn seiner Laufbahn Priester in der heiligen Stadt Nippur), diente dort im altehrwürdigen Heiligtum des Mondgottes Nanna als Priester.[6] Einige Namen aus der Familie Abrahams sind von der Verehrung des Mondgottes abgeleitet, so Terach selbst, Laban, Sarai und Milka. Abraham ist ein Synonym für Ab-ram und Ab-Sin – dem Mondgott. Diese Assoziation ist bemerkenswert, denn Abraham steht wie der Mondgott Sin (= akkadischer Name des sumerischen Nanna) für Wasser und Fruchtbarkeit. Er war der Gewährer der Zeit und der oberste Botschafter des verborgenen Gottes, den die Mesopotamier Marilaha nannten, den Gott der Gesamtheit[7]. „Zufällig“ war es jener Marilaha, der in Haran bis zur Zerstörung des Mondgott-Tempels im Jahr 1260 n. Chr. unverdrossen weiterverehrt wurde.   

Wie in sumerischen Priesterfamilien üblich, wurde auch Abraham im geistlichen Sinne erzogen und bekleidete bald selbst ein Priesteramt im Heiligtum Nannas. Es soll in diesem Zusammenhang nicht unerwähnt bleiben, dass der Name des Mondgottes Nanna von vielen Forschern etymologisch für älter als die sumerische Kultur angesehen wird. Wenn wir die Obeid-Zeit – die Vorgängerin der Uruk-Kulturen – der sumerischen Epoche hinzuzählen, kommen wir da ganz schnell an die bis jetzt noch unverstandenen Tempel von Göbekli Tepe und somit ins 12. Jahrtausend vor Christus! Der Mondgott Nanna war also der altehrwürdigste und höchstgeschätzteste Gott der Sumerer. Er wurde weit wichtiger als der Sonnengott geachtet. Wer nun Priester am Heiligtum des Mondgottes war, wird sich allein aus Zeitgründen nicht sonderlich viel mit anderen Göttern abgegeben haben. Das Aufgabenspektrum und die Zeitbelastung der Priester war nämlich ausgesprochen hoch. Aber das Priestertum Sumers blieb dennoch ziemlich polyglott. Man hatte Verbindungen zu allen anderen Tempeln Sumers und Akkads. Man reiste nicht wenig, tauschte sich mit Priestern von Heiligtümern anderer Götter theologisch aus und hielt die eigenen Eindrücke von den Heiligtümern der Anderen fest. Das belegen eindrücklich die Tempelhymnen der Encheduana[8]. Und sie zeigen auch, dass selbstverständlich die anderen Götter Sumers, denen man nicht unmittelbar diente, anerkannt und geehrt wurden.

Der Mondgott Nanna, sitzend, mit schwebender Mondsichel. Abdruck eines sumerischen Rollsiegels.

Der Mondgott Nanna, sitzend, mit schwebender Mondsichel. Abdruck eines sumerischen Rollsiegels.

Wie bei obiger Mondgott-Hymne erwähnt, gab es zur Zeit Abrahams in Sumer einen gewissen Henotheismus, also einen die Wahrnehmung beherrschenden, einzigen Gott neben anderen, die mehr im Hintergrund waren. Aber von einer direkten Tendenz zum Monotheismus kann in dieser Zeit noch keine Rede sein. So etwas läßt sich erst in der Zeit der Marduk-Verehrung zaghaft postulieren, also einige Zeit später. Doch zurück zu Abraham. Unser Mondgott-Priester muss die Stadt Ur verlassen, weil sein Vater Terach eine neue Berufung bekommen hat: Er soll künftig in der weit nordwestlich gelegenen Stadt Har(r)an sein Priesteramt ausüben. Die ganze Familie zieht um. Terach ist fast hundert Jahre alt zu diesem Zeitpunkt, Abraham immerhin  51. Terach muss unter der Priesterschaft eine herausragende Begabung gewesen sein, wenn man ihm in diesem hohen Alter noch solche Herausforderungen zugemutet hat. Haran ist – ähnlich wie Ur – ein Zentrum der Mondgottverehrung. Und man ist sich heute nicht einig, welches Heiligtum in Mesopotamien das Wichtigere war: Haran oder Ur? Wenn man 1.500 Jahre später die Religionspolitik des letzten babylonischen Königs Nabonid betrachtet, möchte man eher denken, Haran sei wichtiger gewesen. Ganz sicher ist jedenfalls, dass das Heiligtum von Haran einen unfassbaren Zeitraum weiter überdauert hat, auch als von Babylonien insgesamt nicht einmal mehr sichtbare Ruinen übrigblieben: Bis ins Jahr 1260 n. Chr. In Schutt und Asche gelegt wurde es in jenem Jahr von Dschingis Kahns Kriegern. Man sollte sich diese ungewöhnliche Geschichte merken, denn sie ist zwar historisch eindeutig verbürgt, wird aber höchst selten erwähnt. Das bedeutet nämlich, dass der sumerische Glaube endgültig erst 1260 n. Chr. untergegangen ist und demnach 10.000 Jahre lang ohne viele Änderungen die führende Religion unseres Kulturkreises war! Heute steht an der Stelle Harans die türkische Stadt Şanlıurfa (früher schlicht Urfa). Um die dortige Halil-Rahman-Moschee ziehen sich burggrabenähnliche Wasserteiche mit heiligen Karpfen. Auf den Minaretten und der Kuppel der Moschee prangt die Mondsichel. Doch kaum jemand realisiert es noch, dass das frühere Mondgott-Heiligtum der Sumerer an dieser Stelle von ebensolchen Teichen umgeben war, in denen die berühmten heiligen Karpfen Nannas schwammen. Und auf den Dächern glänzte ebenso in der untergehenden Sonne die Mondsichel als das Wahrzeichen des sumerischen Mondgottes.

Irgendwann starb Terach in Haran. Abraham versah seinen Priesterdienst dennoch insgesamt vierundzwanzig Jahre dort[9], dann erreichte ihn eine neue Berufung: Als Fünfundsiebzigjähriger sollte er nach Judäa-Israel reisen, um dort die Missionierung im sumerischen Glauben zu leiten. Es ist das erste Mal, dass im Zusammenhang mit der sumerischen Religion von Missionierung die Rede ist – wenn auch nicht offen, sondern zwischen den Zeilen. Aber was könnte es anderes sein, wenn die Bibel berichtet, Abraham habe in Judäa-Israel „Altäre errichtet?“ Diese Wortwendung heißt nichts anderes, als dass er an verschiedenen Orten Tempel erbaut hat. Denn Altäre unter freiem Himmel mögen in Israel teilweise üblich gewesen sein – der von Abraham gelebten mesopotamischen Tradition waren sie unbekannt.

Abraham führt also die Juden in die Verehrung des Mondgottes Nanna ein. Die religiöse Unterweisung wird sinnvoll kombiniert mit der Weitergabe sumerischer Literatur, wie z.B. dem Athrahasis-Mythos, dem Gilgamesch-Epos, den Götterhymnen, sumerischen Psalmen, Encheduanas Tempel­hym­nen und zahllosen weiteren mythologischen Erzählungen. Durch das geistige Rüstzeug, das Abraham den Juden an die Hand gegeben hat, läßt sich leicht erklären, warum es so viele Stoffgleichheiten zwischen hebräischer Bibel und den sumerischen Traditionen gibt[10].

Lange nach seinem Tod wird Abraham von den Juden zu ihrem Stammvater aufgebaut. Vom Mondgott und anderen sumerischen Göttern will man nichts mehr wissen und tilgt daher Abrahams Glauben aus den Annalen. Abraham muss fortan herhalten als die historische Speerspitze des jüdischen Monotheismus. Und obwohl die Juden später dank ihrer Verschleppung nach Babylon unter Nebukadnezar II sechzig Jahre Gelegenheit hatten, die babylonische Religion (= im Grundsatz sumerische Religion) vor Ort zu inhalieren und sich von ihrer Erhabenheit zu überzeugen, blieben sie fest bei ihrem Gott, den sie freilich nicht mehr Nanna nannten, sondern Jahwe. Leider ließen sie dabei keine Verleumdungsmöglichkeiten aus, um die babylonische Religion grundlos schlechtzureden, wie man leicht an vielen Stellen der Bibel nachlesen kann.

Dass Abraham in Ägypten weilte und auch in der Negev-Wüste, ist aus der hebräischen Bibel allgemein bekannt. Was ist aber mit seinen Aufenthalten auf der arabischen Halbinsel? Der Koran behauptet, Abraham habe mit seinem Sohn Ismael Mekka besucht und dort die Kaaba instandsetzen lassen. Die Bibel erwähnt nichts dergleichen. Aber seltsam ist, dass der Erstgeborene Ismaels (also Abrahams Enkel) den Namen Tema trägt. Einerseits ist aus ihm wohl der jüdische Stamm Tema hervorgegangen, andererseits liegt in der saudiarabischen Provinz Tabuk (im Nordwesten der Halbinsel) die Oase Tema (auch Tayma geschrieben). Genau da ist der Ursprung des jüdischen Stammes Tema auch zu verorten! Daher drängt sich der Verdacht auf, in Tema könne auch Abraham geweilt – und möglicherweise dort sogar einen Mondgott-Tempel des Nanna errichtet - haben. Deshalb muss die Grablegung Abrahams in der Höhle Machpela bei Hebron in Israel (Mose 1, 25) bezweifelt werden. Denn nach den archäologischen Befunden ist diese Gegend erst etwa 1250 v.Chr. kolonisiert worden. Zuvor hat dort kein Mensch gelebt – und Abraham wird bereits um 1900 v.Chr. verstorben sein[11]. Deswegen ist es eher wahrscheinlich, dass er in der Oase Tema bestattet wurde. Warum? Weil der Oase Tema im Zusammenhang mit dem sumerischen Mondkult ein ganz besonderes Flair anhaftet.

 

Die Blaue Moschee in Istanbul mit der Mondsichel, dem Symbol des sumerischen Mondgottes Nanna, auf der Kuppel.

Die Blaue Moschee in Istanbul mit der Mondsichel, dem Symbol des sumerischen Mondgottes Nanna, auf der Kuppel.

Um das ansatzweise zu begreifen, sollten wir erstaunlich ähnliche Bühnenbilder betrachten, die zwar erst 1.500 Jahre später aufgezogen wurden, aber vielleicht das gleiche Geheimnis bergen. Nachdem babylonische Könige vom Kaliber eines Nebukadnezar I oder II dem Land wieder Ruhm und Ehre erstritten hatten, bestieg im Jahr 556 v. Chr. ein tief religiöser Philosoph von 60 Jahren den babylonischen Thron: Nabonid. Er sollte der letzte König von Babylon sein. Nabonid wurde vermutlich in Harran geboren, wo seine Mutter Adda-Guppi, eine geborene assyrische Prinzessin, Priesterin des Mondgottes war. Folgerichtig wurde Nabonid zunächst selbst Priester des Mondgottes (wie Abraham!). Doch sein Leben drehte sich im sechsten Lebensjahrzehnt überraschend in eine unerwartete Richtung: Er bestieg als König den Thron von Babylon, als seine Mutter 95 Jahre alt war. Sie konnte noch ihre Urenkel erleben und starb schließlich mit 104 Jahren. Nabonid begann sofort, die Kultstätten des gesamten Reiches zu erneuern, wobei er archäologische Akribie an den Tag legte. So berichtet er in seinen Inschriften vom Auffinden von Gründungsurkunden im Schutt vergangener Tempel, die 1200 Jahre und älter waren. Alle diese Heiligtümer ließ er mit beispiellosem Aufwand auf ihren alten Grundrissen wieder neu erstehen. Besonders zugewandt blieb Nabonid natürlich dem Mondgott Nanna-Sin, bedingt durch seine eigene  Priesterschaft und die Tradition seiner Mutter. Deshalb waren es besonders die Mondgott-Heiligtümer in Ur und Harran, die er mit auffällig großzügiger Pflege bedachte – die beiden Lebenswegstationen Abrahams. In Ur ließ Nabonid sogar seine Tochter unter dem Namen En-Nigaldi-Nanna als Priesterin Nannas einsetzen.

Wenig beliebt machte sich Nabonid dadurch bei der Marduk-Priesterschaft Babylons. Er wollte dem akkadisch-sumerischen Pantheon wieder die volle Geltungskraft zurückgeben, die er dadurch herabgesetzt sah, dass Marduk – zu sumerischen Zeiten „nur“ ein Stadtgott Babylons – im Verlauf des Aufstiegs des babylonischen Reiches quasi zum Hauptgott erklärt wurde. Nabonid hingegen sprach dem Mondgott Nanna-Sin wenn nicht die höchste, so doch wieder eine überragende Rolle zu, die er ja auch in sumerischer Zeit innehatte. Wahrscheinlich wegen der Querelen mit der Marduk-Priesterschaft zog sich Nabonid unter Mitnahme einer Streitmacht 552 v. Chr. in ein selbstgewähltes Exil auf der arabischen Halbinsel zurück: Es war die Oase Tema, die er zur Residenzstadt ausbaute und hier einen Mondgott-Tempel errichtete – ebenfalls eine Art Missionsreise, wenn man so will, denn Tema war von Arabern bewohnt und gehörte nicht zum babylonischen Staatsgebiet. Nach zehn Jahren kehrte Nabonid wieder nach Babylon zurück und kurze Zeit darauf verlor er sein Reich an den Perserkönig Kyros den Großen.

Zwei Männer, 1.500 Jahre voneinander geschieden und doch so ähnlich: Abraham und Nabonid. Zweimal die gleichen Lebensstationen, zwei Leben, die beide dem Mondgott Nanna und seiner Anbetung gewidmet waren. Mit dem Aufzeigen dieser merkwürdigen Parallelen möchte ich meine Betrachtung über Abraham schliessen.


[1] Max Weber, Gesammelte Aufsätze zur Religionssoziologie III: Das antike Judentum, Tübingen 1921.
[2] Chaim M. Horowitz, Sammlung kleiner Midraschim, erster Teil, Berlin 1881, 1,43
[3] Hebräisch nach Sefer ha-Yashar, ed. Dan Joseph, S. 19 (Kap. 8)
[4] Walter Beltz, Gott und die Götter, S. 48, Aufbauverlag Berlin 1988.
[5] A.H. Sayce, Babylonians and Assyrians Life and Customs, London, 1900
[6] Midrasch Bereschit Rabba 38,28 – Das ist die haggadische Auslegung der Genesis, Leipzig 1881, 172f.
[7] Stuart Nettleton, The Alchemy Key, Eigenverlag, Sydney 1998, S.468
[8] Wolf Wieland, Ich schreite voll Freude durch Strahlung und Glanz, Feldkirch, 2019, S. 300 ff
[9] Stuart Nettleton, The Alchemy Key, Eigenverlag, Sydney 1998, S. 127, 467
[10] Reinhard Lehmann, Friedrich Delitzsch und der Babel-Bibel-Streit, Universitätsverlag Freiburg, Schweiz, 1994, S. 159
[11] Kryptojuden.weebly.com/blog/abraham, 25.04.2018

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